Der Tag der Psychologie am 06.11.2021 in Dortmund

Mit knapp 100 Teilnehmenden on- und offline war diese Kooperationsveranstaltung aus unserer Sicht ein voller Erfolg. Die Kolleg*innen vor Ort haben das persönliche Treffen und den Austausch sehr genossen, den wir alle lange vermisst haben. Dazu hat sicher auch das leckere Catering beigetragen 😉

Inhaltlich gab es vier spannende Vorträge:

Nicole Hanisch Gründerin und Geschäftsführerin von innerSense hat über das spannende Arbeitsfeld qualitative Marktforschung berichtet, für das besonders wir als Psycholog*innen viel mitbringen. Interesse, Leidenschaft, Neugier und gekonnte Gesprächsführung sind hier zentrale Voraussetzungen. Spaß am Kundenumgang und Reisebereitschaft sind weitere gute Eigenschaften, um in die strategische Beratung zu Dienstleistungen, Marken, Produkten und deren Kommunikation einzusteigen

Ruth Piecha hat uns danach aufgezeigt, dass das menschliche Bedürfnis nach Stories durch zutreffende Dramaturgie unterfüttert und bedient werden muss. Alle Menschen haben bereits Vorstellungen zu ‚Psycholog*innen‘, die wir nicht kennen. Wenn wir möchten, dass sie ein zutreffendes Bild von uns und unserem konkreten Angebot erhalten, liegt es an uns, das zu vermitteln mit punktgenauen Botschaften. Und, das ‚Publikum‘ möchte unterhalten und nicht verärgert werden. Einleuchtend, nachvollziehbar und ganz praktisch haben wir das gemeinsam an einem Beispiel durchgespielt.

Dr. Markus Langer hat uns Einstiegsmöglichkeiten in neue Arbeitsfelder der Arbeits- und Organisationspsychologie aufgezeigt. Im Bereich E-Health, Datensicherheit, Künstliche Intelligenz sowohl angestellt als auch selbständig z. B. mit einem Start-up sieht er Chancen für uns als Psycholog*innen, da wir unser komplexes Wissen über Menschen, unser methodisches Know-How sowie unsere statistischen Kenntnisse gut einsetzen können. Besonders Künstliche Intelligenz basiert im Wesentlichen auf statistischen Verfahren. Alles weitere wie z. B. Programmiersprachen und zentrale Begrifflichkeiten lassen sich bei Interesse durchaus gut selbst erschließen. Mit Aufgeschlossenheit und Mut kann so der Einstieg in ein zentrales Arbeitsgebiet für die Zukunft gelingen.

Michael Ziegelmayer, ein Kollege mit mittlerweile 50 Jahren Zugehörigkeit im Berufsverband, hat uns abschließend seine Einschätzungen zu dem geplanten Psycholog*innen-Gesetz erläutert. Dieses soll all die Bereiche regeln, die nicht durch die beiden Psychotherapie-Gesetze bereits definiert sind. Ein Gesetz soll dabei helfen, die Ausbildung aufzuwerten, den Status unseres Berufsstandes zu stärken und den Verbraucherschutz zu erhöhen. Genau das gibt politische Ansatzpunkte vor. Verbraucherschutz wird sowohl auf Länder- als auch Bundesebene verfolgt und hier gilt sein Aufruf den Landesgruppen, persönliche Kontakte zu Politikern aufzubauen und zu pflegen, um dann in einen Austausch über unsere Vorstellungen eintreten zu können. Diese Empfehlungen führten zu einer regen Diskussion u.a. mit dem Vize-Vorstand Gunter Nittel, der von den Bemühungen auf Bundesebene berichtete.

Für diese Veranstaltung gewährt die Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg 3 Fortbildungspunkte.

Auf der sich anschließenden Mitgliederversammlung hat der Vorstand der LG NRW über Aktivitäten, Veranstaltungen, Statistik und die Haushaltslage berichtet. Für 2020 wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Bei den nachfolgenden Wahlen für den Beisitz im Vorstand wurde Armin Dempewolf aus Düsseldorf gewählt – wir vom Vorstand freuen uns sehr über die Verstärkung (Foto Tdp2). Zusammen mit Guido Dielen wurde Armin Dempewolf auch noch als Ersatzdelegierter gewählt, so dass wir mit voller Stimmenzahl in 3 Wochen bei der DK abstimmen können.